Willkommen im SEN-Blog!

Liebe Besucher unseres Blogs, liebe SEN-Mitglieder,

mit diesem Blog auf der neu gestalteten SEN-Website, haben wir (neben dem „Phönix“) eine weitere Plattform geschaffen,  Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen des SEN e.V. zu gestalten und Informationen zu verbreiten.

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Emma Bragdon: Diagnose „unterdrückte Sensitivität“ – Fall Marcelo

Über das ISEN (international spiritual emergence network) bin ich vor einiger Zeit wieder auf Emma Bragdon, PhD gestoßen, die ich schon als Autorin ihres Buchs über „Spirituelle Krisen“ kannte. In einem Vortrag von ihr, den sie 2015 bei einer Konferenz des Spirituellen Krisen-Netzwerks in Großbritannien gehalten hat, tauchte eine (für mich neue) Diagnose auf, die ich hier gerne mit unseren Blog-Lesern und Leserinnen teilen möchte: Brasilianer benutzen dafür den Ausdruck „Repressed Mediumicity“, Emma Bragdon bevorzugt die Übersetzung „unterdrückte Sensitivität“. 

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Veranstaltungshinweis von Thilo Scholz und Jörn Neubauer: EmergingProud – spirituelle und psychische Krisen neu betrachtet

Wir laden Sie ein zu den Film-Premieren von „CRAZYWISE“ und „#EMERGING PROUD“ am 12.05.2017. Eine offene Veranstaltung, um das Phänomen von spirituellen Erfahrungen und psychischen Krisen zu untersuchen. Und um gemeinsam mit allen im Hilfesystem Beteiligten neue, wirklich konstruktive Herangehensweisen zu etablieren.

Spirituelle und psychische Krisen werden im 21. Jahrhundert immer noch pathologisiert und können leider ganz schnell den Weg in die Psychiatrie bedeuten.  Wir möchten die Stigmatisierung dieser herausfordernden und teils beängstigenden Erfahrungen beenden und aufzeigen, dass in diesen Erfahrungen ein unheimliches Potential zum Wachstum steckt. Indem wir diese Erfahrungen pathologisieren, rauben wir nicht nur dem Betroffenen das Wachstumspotential, sondern im Grunde geht dadurch der gesamten Gesellschaft ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes verloren.

Spirituelle und „sechste Sinn“ Erfahrungen werden in der westlichen Schulmedizin sehr selten als solche erkannt, bzw. anerkannt. Der Blick auf diese Krisen ist sehr negativ und das Potential dieser Krisen geht verloren. Wir wollen das ändern und hoffen, dass wir gemeinsam Wege finden, die Betroffenen angemessen zu unterstützen und aus posttraumatischen Syndromen posttraumatisches Wachstum werden zu lassen.

Wir möchten neue Wege finden, diese Erfahrungen zu verstehen, zu integrieren und zum Wachstum einzusetzen. Krisen machen uns aufmerksam auf die im Leben falsch laufenden Mechanismen. Durch neue und neu entdeckte alte Methoden können wir diese uns krankmachenden Dynamiken bewusst verändern und darüber hinauswachsen.  Gemeinsam können wir helfen, die Stigmatisierung aufzulösen und die Betroffenen vor der Isolation und der Pathologisierung, die immer noch besteht zu schützen. Wir wollen, daß endlich aus „welche Krankheit hast du?“ (whats wrong with you?) ein „was hast du erlebt?“ wird.

Wir wünschen allen Menschen angenehmere Arten der Selbstfindung, doch an einigen Menschen gehen diese teilweise sehr leidvollen spirituellen Erfahrungen und psychischen Krisen leider nicht vorbei. Und auch diese Menschen können an diesen Erfahrungen wachsen, so wie alle Menschen an ihren Erfahrungen wachsen können. Wenn sich unsere westliche Welt weiterentwickeln will, müssen wir einen neuen Blick auf diese spirituellen Phänomene entwickeln und uns bewusst machen, was uns durch die jahrhundertelange Ausblendung dieses Lebensbereiches verloren gegangen ist.

Der britische Psychiater Mike Jackson geht davon aus, dass spirituelle und psychotische Erfahrungen den gleichen psychischen Prozessen unterliegen. Ob eine Erfahrung als spirituell oder als psychotisch interpretiert wird, sei auch eine Frage der gesellschaftlichen Konventionen. Es kann eine tiefe Bedeutung und eine tiefe Weisheit in diesen psychologischen traumatischen Erfahrungen liegen. Diese sind letztlich sogar ein Grundrecht und in allen Kulturen, ausser den westlichen Industrienationen, ein fester, wichtiger und oft hoch angesehener Teil der Kultur.   Millionen von Menschen auf dem gesamten Planeten erleben einen religiöse-spirituellen Prozess des Erwachsens, wie er in den meisten Religionen und Kulturen seit Jahrtausenden beschrieben wird. Oft sind diese begleitet von starker Verunsicherung und großen Veränderungen in allen
Lebensbereichen bis hin zu absolutem Chaos, Unfähigkeit sich um die kleinsten alltäglichen Dinge zu kümmern, Schmerzen, Schlaflosigkeit, Ängste und viele weitere individuelle Phänomene.  Lasst uns gemeinsam die Stigmatisierung dieser schwierigen Transformations-Prozesse beenden und Spiritualität endlich wirklich ins 21. Jahrhundert integrieren.

Die einseitige Betrachtung von psychischen Krisen und die Überzeugung, dass diese Erfahrungen schlecht seien, hat lange genug viel Leid und Traumatisierung verursacht.  Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, daß eine heilsame Bewusstseinsentwicklung und Wachstum möglich gemacht wird.

Anmerkungen:

*Katie Mottram, die Begründerin von EMERGINGPROUD ist Autorin und Moderatorin verschiedener Workshops im psychosozialen Bereich. Sie ist eine der Leiter des “international spiritual emergency network”, das viele Menschen in ihren spirituellen Prozessen unterstützt.

Beide Filme, die am 12.05. vorgeführt werden, zeigen auf, was möglich ist, wenn Menschen mit diesen Erfahrungen adäquat und in einem positiven, bestärkenden Rahmen unterstützt werden.

**CRAZYWISE ist eine US amerikanische Dokumentation, die die frage stellt: “Verrückt oder weise?”. Das traditionelle Wissen indigener Völker widerspricht sehr stark den Ansichten der modernen Schulmedizin in puncto psychischer Gesundheit. Die Dokumentation untersucht, was von traditionellen Völkern und Menschen, die ihre psychologischen Krisen in eine positive transformative Erfahrung umgewandelt haben, gelernt werden kann.

***Der Film EMERGINGPROUD am 12.05.2017 enthält viele persönliche Geschichten und Interviews von Menschen, die offen über ihre spirituellen Krisen sprechen. Krisen, die oft als Zeichen psychischer Krankheit angesehen wurden.

****1994 hat das DSM IV eine neue Diagnose-Kategorie eingeführt: religiöse und spirituelle Probleme. Dies schien ein ungeheurer Durchbruch zu sein. Doch leider hat dies in der Praxis dann doch nichts verändert. Wir wollen unbedingt die Fachwelt und alle interessierten Ärzte mit einbeziehen. Es geht nicht um ein Gegeneinander und ein “Wer kann es besser” Wettrennen, sondern darum, dass wir gemeinsam mit allen Beteiligten an einem Strang ziehen.

Weitere Informationen unter: www.emergingproud.de

Spirituelle Krise – drei Seiten der Medaille – Anjas Erfahrungen

Liebe Besucher(innen) unseres neuen SEN-Blogs,

ich habe mich bereit erklärt, mich hier (in meiner Freizeit) als Redakteurin zu betätigen, weil ich in diesem neuen Format die Chance sehe, ein großes Anliegen von mir zu verwirklichen: Die eigentlichen Experten und Expertinnen – die Betroffenen von krisenhaften Transformationsprozessen – mögen im SEN eine deutlichere Stimme bekommen!

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