Spirituelle Krise – drei Seiten der Medaille – Anjas Erfahrungen

Liebe Besucher(innen) unseres neuen SEN-Blogs,

ich habe mich bereit erklärt, mich hier (in meiner Freizeit) als Redakteurin zu betätigen, weil ich in diesem neuen Format die Chance sehe, ein großes Anliegen von mir zu verwirklichen: Die eigentlichen Experten und Expertinnen – die Betroffenen von krisenhaften Transformationsprozessen – mögen im SEN eine deutlichere Stimme bekommen!

Ich wünsche mir, dass wir ihnen in unserem Rahmen mehr zuhören, versuchen sie zu verstehen und nach ihren Lernerfahrungen fragen. Wir könnten dabei erfahren, welche Gedanken und theoretischen Konzepte in solchen Prozessen als angemessen und stimmig empfunden werden und welche Behandlungen und Unterstützungsmaßnahmen auf ihrem Weg subjektiv hilfreich sind. Vielleicht ist es sogar möglich, uns durch sie von der Welt des »Numinosen« berühren zu lassen und ihnen – im Sinne des Heldenmythos – als »spirituellen Krieger(inne)n« zu begegnen.

Den Anfang mache ich hier mit der Geschichte von Anja – der Vorname ist echt, den Nachnamen wollen wir (zum Schutz ihrer Persönlichkeit) weg lassen. Anja bin ich leibhaftig erst am letzten Wochenende auf einer Tagung in der evangelischen Akademie in Tutzing zum Thema »WahnSinn« begegnet. Wir kennen uns aber schon länger, aus Internetgesprächen in Foren und Blogs.
Falls Fragen zu ihrem Beitrag auftauchen, ist sie gerne bereit, auf Kommentare hier zu antworten, vielleicht ergibt sich ja so ein Gespräch mit ihr als Expertin ihrer Geschichte – hier ist sie:

Maria-Anne Gallen, im Februar 2017

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Was eigentlich ist eine spirituelle Krise? Der Klappentext eines der bekanntesten Bücher zum Thema beschreibt es so: »Auf dem Weg zu Transformation und Persönlichkeitsentwicklung geraten viele Menschen in ’spirituelle Krisen‘. Diese neuen Ebenen mystischer Erfahrungen oder außergewöhnlicher Bewusstseinszustände treten plötzlich auf, werden als überwältigend und verwirrend erlebt und oft von einem Identitätsverlust begleitet.

Sie wurden in der klassischen Psychiatrie bisher meist wie gewöhnliche psychische Krankheiten behandelt. Spirituelle Krisen können jedoch, wenn sie entsprechend verstanden und begleitet werden, Durchbrüche sein und ein enormes positives Potential für körperliche und emotionale Heilung beinhalten«. (Stanislav und Christina Grof: Spirituelle Krisen – Chancen der Selbstfindung, Kösel-Verlag 1990).

Eine spirituelle Krise ist also eine Bewusstseinserweiterung, die den Menschen in Bereiche führt, mit denen umzugehen er aufgrund seiner bisherigen Lebenserfahrung nicht gelernt hat. Die Symptome, die er dann möglicherweise entwickelt, können denen anderer psychischer Erkrankungen gleichen.

Meine Geschichte – Wie alles begann

Bei mir persönlich sah die Geschichte folgendermaßen aus: Ich war krank, jahrzehntelang. Ohne es zu wissen. Ich lebte ein funktionierendes Leben, war erfolgreich in Schule und Studium und später im Beruf. Gleichzeitig aber auch immer auf der Suche. Auf der Suche nach Liebe, auf der Suche nach dem Sinn des

 

Lebens. Als ich merkte, dass ich beides nicht fand, wurde ich depressiv. Die Krankheit war ins Bewusstsein gerückt und jetzt nicht mehr zu leugnen. Ich machte Psychotherapie, nahm Medikamente, doch Heilung fand ich nicht. Das Gefühl des Krankseins verstärkte sich, und im Herbst 2005 schied ich aufgrund der Depression aus meinem damaligen Job als Flugbegleiterin aus.

Die mystische Erfahrung

Das »Nicht-mehr-funktionieren-müssen« verschaffte mir Erleichterung und ließ in mir einen Raum entstehen, in den hinein sich eines Tages eine mystische Gotteserfahrung entwickelte. Es war überwältigend. So, als ob Gott selbst mir aus den Wolken zulächelte und sagte: »Und nun, meine kleine Anja, zeige ich Dir, dass es mich wirklich gibt«. Ein Gefühl von Glückseligkeit erfüllte mich, ich lachte und weinte gleichzeitig und spürte eine unendliche Erleichterung. Mein Leben hatte begonnen, endlich. Mit knapp 38 Jahren fühlte ich mich, als sei ich eben erst geboren worden. Ich war im Frieden mit allem, was bisher in meinem Leben passiert war und hatte auch keine Angst vor der Zukunft. Von Krise keine Spur, oder? Nein, zu diesem Zeitpunkt nicht. Ich wusste, dass mir etwas widerfahren war, das mein Leben von Grund auf ändern würde und wurde übermütig, zu übermütig.

Folgen der Erfahrung

Ich traute mich, meinem Psychiater von meinen Empfindungen zu erzählen. Da war es vorbei mit dem Übermut, denn er sagte mir kurzerhand, ich hätte eine Psychose und bräuchte ein Neuroleptikum, und zwar dringend. Zum Glück ließ ich mich nicht von ihm verrückt machen, sondern verabschiedete mich einige Zeit später aus seiner Praxis. Es folgten ein paar Monate, in denen ich sehr zurückgezogen lebte und das, was geschehen war, auf mich wirken ließ. Ruhe, Meditation, Yoga, viel frische Luft und gesundes Essen wurden zu den Grundpfeilern meines Lebens.

Ich erkannte, warum ich depressiv geworden war: Ich hatte schon in frühester Kindheit gelernt, schmerzhafte Gefühle abzuspalten und sie mir nicht anmerken zu lassen. Auf diese Weise war ich mir selbst verloren gegangen. Von nun an wollte ich authentisch sein, mir und meiner Seele die Treue halten und mich der neu gewonnenen inneren Führung überlassen.

Hochsensibilität

Irgendwann hatte ich das Gefühl, wieder »zurück ins Leben« gehen und mir eine neue Aufgabe suchen zu sollen. Und damit begann die Krise. Denn ich war nicht mehr  »gesellschaftsfähig«. Nach der langen Phase des Alleinseins und des Lebens in der Abgeschiedenheit von den Reizen eines gewöhnlichen Alltags hatten meine Sinne sich verschärft. Ich nahm alles ungleich stärker wahr als zuvor. Laute Geräusche erschreckten mich, lautes Lachen nervte mich und Stress in jedweder Form brachte mich schnell an die Grenzen des Erträglichen. Ich hatte die Symptome eines hochsensiblen Menschen entwickelt, im Englischen: einer »Highly sensitive person« (HSP). Das Phänomen der Hochsensibilität ist inzwischen wissenschaftlich anerkannt, und es existieren etliche Publikationen darüber.

Meine erweiterte Wahrnehmung erstreckte sich auch auf die Gefühle der Menschen in meiner Umgebung. Mitunter kam es mir so vor, als könnte ich ihre Gedanken lesen. Vor allem erfasste ich ihre energetische Schwingung, d.h. ob sie in der Liebe schwangen oder nicht. Das, was sich mir auf diese Weise erschloss, war oft genug erschreckend. Das allgegenwärtige Leiden und die Lieblosigkeit auf Erden trafen mich mit einer vorher nicht gekannten Härte. Das war der Nachteil des Prozesses des Erwachens: Ich konnte mich nicht mehr abgrenzen. Meine Kanäle waren durchlässig geworden für das Schöne und Erhebende, aber auch für das Grausame und Zynische.

Heilend Wirken-Wollen

Zunehmend verspürte ich den Wunsch, mein neues Wesen sinnvoll in die Welt einzubringen. Ich konnte mir nichts anderes vorstellen als mit der Seele zu arbeiten, heilend tätig zu werden und andere Menschen von der Erfahrung profitieren zu lassen, die ich gemacht hatte. Inzwischen weiß ich, dass das nicht funktioniert. Jeder Mensch muss seine eigenen Erfahrungen machen, wie schmerzhaft auch immer diese sein mögen. Keiner kann einen anderen vor dem Schicksal bewahren, das ihm zugedacht ist. Mein Schicksal sah vor, mich den Versuch unternehmen zu lassen, Psychotherapeutin zu werden.

Offenen Herzens klopfte ich an verschiedene Türen in der Hoffnung, auf jemanden zu treffen, der mich dabei unterstützen würde. Ich stieß auf eine Mauer aus Arroganz, Konkurrenzdenken und Neid und zog mich schließlich enttäuscht zurück. Ich hatte mich einer Illusion hingegeben – der Illusion, dass diejenigen, die sich das psychische Wohl des Menschen auf die Fahnen schreiben, gleichgesinnte Talente erkennen und fördern würden. Eine andere Illusion war es, wieder belastbar genug zu sein, um mich den Herausforderungen einer neuen Ausbildung und eines beruflichen Alltags stellen zu können.

Zusammenbruch

Zweieinhalb Jahre nach der mystischen Einheitserfahrung war es dann soweit. Das energetische Schutzschild, das mir der Prozess am Anfang beschert und mir so viel Motivation verliehen hatte, hatte seine Kraft verloren. Die erfahrenen Kränkungen holten mich ein und trafen mich nun – zeitlich verzögert – mit voller Wucht. Auch das ist übrigens ein Merkmal hochsensibler Menschen. Sie brauchen viel mehr Zeit, um Reize zu verarbeiten und reagieren dementsprechend langsam.

Nach einem weiteren traumatischen Ereignis (einem Betreuungsverfahren, das mein ehemaliger Psychiater gegen mich in die Wege geleitet hatte) wurde das spirituelle Erwachen endgültig zur Krise und katapultierte mich in die Psychose. Überwältigt vom Überbewussten und vom Unterbewussten, fühlte ich mich in frühere Leben zurück versetzt, verfolgt und mit dem Tode bedroht und erlebte die Schrecken früherer Generationen sowie unverarbeitete Traumata aus der eigenen Kindheit – ein einziges Horrorszenario, aus dem es kein Entkommen gab.

Einige Male musste ich in stationäre Behandlung und Neuroleptika nehmen. Ich befürchtete, dadurch den Kontakt zu meiner transpersonalen Quelle zu verlieren, und einige Monate lang war das auch so. Mit dem Reduzieren der Medikamentendosis gelangte ich aber schrittweise wieder zu einer für mich annehmbaren Lebensqualität und fühle mich heute in meinem spirituellen und emotionalen Empfinden dadurch nicht mehr eingeschränkt. Ganz wichtig war es für mich, die Inhalte meiner Psychosen aufdeckend zu verarbeiten. Erst nachdem ich verstanden hatte, welche Bewusstseinsinhalte durch sie ausgedrückt werden sollten, konnte ich mich mit ihnen aussöhnen.

Integration der Erfahrungen

Marianne Gallen, eine transpersonal orientierte psychologische Psychotherapeutin, beschreibt diesen Prozess auf ihrer Homepage folgendermaßen: »Sie [die Symptome spiritueller Krisen] verschwinden in der Regel erst dann wieder, wenn die außergewöhnlichen Erfahrungen körperlich und seelisch verarbeitet und in den eigenen Lebenszusammenhang integriert worden sind. Eine solche Verarbeitung und Integration kann, je nach dem Ausmaß der ‚Erschütterung‘, Tage, Monate oder viele Jahre in Anspruch nehmen. Meist werden von den betroffenen Personen tiefe Einsichten und ein Zuwachs an Verstehen erlebt, deren Wahrheitsgehalt so eindrücklich ist, dass ein neuer Sinnzusammenhang entsteht«.

Der Prozess der Integration war bei mir der Prozess der vielen kleinen Schritte. Nach den Aufenthalten in der Psychiatrie und den damit verbundenen negativen Erfahrungen war ich  demoralisiert und glaubte, nie wieder auf die Beine zu kommen. Die größte Gefahr bei und nach einem Psychiatrie-Aufenthalt liegt in meinen Augen darin, den Respekt vor sich selbst zu verlieren dadurch, dass man respektlos behandelt wurde. Und: Zynisch und böse zu werden angesichts der Kränkungen, die man dort erfährt. Es war mir bewusst, dass ich auf keinen Fall vergessen durfte, wie kraftvoll und positiv die Erfahrung der spirituellen Öffnung anfangs auf mich gewirkt hatte.Integration

Und doch passierte es immer wieder, dass ich vergaß und stattdessen mit dem haderte, was sie mir im Nachhinein beschert hatte. Oft genug dachte ich: »Ich bin verrückt geworden, weil ich gesund geworden bin«. In gewisser Weise war es ja so. Und doch habe ich sehr viel dabei und über mich gelernt. Vor allem durch das, was mich aus dem tiefsten Elend herausgeführt hat: Auf die ganz kleinen Dinge des Lebens schauen, die Freude bringen. Und: mich selbst verstehen und akzeptieren lernen, in all meinen lichtvollen, aber auch schattenhaften Aspekten. Ein Ganzes werden, eine Einheit, die in vielen Facetten sichtbar werden darf und genau dadurch den Platz in der Welt einnimmt, der ihr zugedacht ist.

9 Gedanken zu “Spirituelle Krise – drei Seiten der Medaille – Anjas Erfahrungen

  1. Sehr geehrte, liebe Anja,

    herzlichen Dank für die Schilderung Ihrer Erfahrungen, die zunächst so hoffnungsvoll und motivierend wirkten und dann dermaßen auf die Probe gestelllt wurden.
    Ihr Beitrag vermag sicherlich Menschen in ähnlichen Situationen Orientierung und Mut geben.

    Pieter Loomans.

  2. Sehr eindrücklich.
    Zwei Fragen:
    Die mystische Gotteserfahrung: Durch was wurde sie konkret ausgelöst? Hätte das Einheitserlebnis auch „anders“ aussehen können bzw. hat die spezifische Ausprägung sehr mit Dir zu tun? Ich stelle mir als Laie vor, daß solche Durchbrüche sehr individuell erlebt werden.

  3. Hallo Gerhard,
    der Durchbruch ins Mystische erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem sich mein bisheriges Leben komplett auf dem Prüfstand befand. Das, was mir bisher Sicherheit im Leben verliehen hatte, nämlich eine bestimmte Rolle einzunehmen (in meinem Fall: die der zuverlässigen Flugbegleiterin, die stark genug ist, mit dem Leben und seinen Anforderungen klar zu kommen), brach weg. Stattdessen entschied ich mich dafür, mich zu meiner Krankheit zu bekennen, ihr Raum zu geben, meine Schwäche sichtbar werden zu lassen. Das Paradoxe war, dass ich genau dadurch plötzlich eine ganz andere Stärke fühlen durfte. Die Stärke des So-Sein-Dürfens. Ich fühlte mich wieder „gemeint“ in meinem Leben, nicht mehr beschränkt auf die Statisten-Rolle im Leben der anderen.
    Bestimmt hätte das Einheitserlebnis auch anders aussehen können. Ich habe schon gehört, dass dem mystischen Erleben oftmals ein tiefer Schmerz vorangeht. Und kann auch das bestätigen. Zu einem späteren Zeitpunkt durchlief ich eine Phase, die vom Leiden daran geprägt war, in meinem „Neu-Sein“ nicht erkannt zu werden. Das war sehr schlimm für mich, weil ich mich doch jetzt erst wirklich authentisch fühlte. Doch es half nichts, niemand konnte mir diesen Schmerz des Nicht-gesehen-Werdens abnehmen. So blieb mir nichts anderes übrig als mich ihm hinzugeben, ihn wirklich zu durchleben. Das, was danach folgte, war nicht mehr die ganz große euphorisierende Einheitserfahrung, sondern eher eine gemäßigtere Variante. Sie ließ mich erahnen, was es bedeutet, „Reife“ zu entwickeln.
    Viele Grüße, Anja

  4. Das war sprachlich sehr schön. In wenigen Worten viel umrissen.

    Wie wäre es gewesen, wenn Du in deinem „Neu-Sein“ (ausser einer Therapeutin) Unterstützung von Menschen mit ähnlich gelagertem Fall bekommen hättest? Das hätte den Schmerz gemildert, wenn auch das direkte Umfeld ja seine Haltung nicht verändert hätte.
    Eine andere Frage, jetzt an Ärzte und Therapeuten: Was richtet kontinuierlicher Schmerz, also Schmerz, der vielleicht viele Jahre anhält, im Körper an? Eigentlich, so könnte man meinen, sind das „Reifungsschmerzen“ oder können so angesehen werden, aber ist der Schmerz auf Dauer nicht zuviel für den Körper?

  5. Das Problem bestand tatsächlich darin, wieder eine Sprache zu finden, die meinem Erleben gerecht wurde. Es war wohl auch so, dass ich lange Zeit darüber gar nicht sprechen wollte. Ich war mir bewusst, dass ich mich inmitten einer tiefgreifenden Metamorphose befand und dass vorzeitiges Sprechen darüber dem Prozess nicht dienlich sein würde. Und so begab ich mich überhaupt nicht auf die Suche nach Menschen, die Ähnliches erlebt hatten.
    Ich sprach auch nicht über das, was ich als kränkend empfand – im Rückblick ein Fehler. So staute sich in meinem Inneren ein Druck, der sich schließlich in Form der Psychose entlud. Ich sah mir über mehrere Monate hinweg sozusagen selbst dabei zu, wie sich mein Gehirnstoffwechsel veränderte. Und kam mir immer mehr vor wie im Film „Die Truman Show“: Ich, ein authentisches Selbst, umgeben von Personen, die einfach nur weiterhin ihre Rollen spielten. Die Psychose war direkte Folge des Schmerzes, den ich nicht in der Lage war, nach aussen abzuleiten.

  6. Liebe Anja ich kann deine Geschichte sehr gut nach fühlen.
    Auch ich befinde mich zur Zeit in einer Spirituellen Krise, das Gefühl zu haben in zwei Welten zu leben.
    Bekomme die Energien meiner Mitmenschen ganz intensiv mit.
    Bin zur Zeit auch in einer Psychiatrie bei mir wurde auch eine angehende Psychose diagnostiziert und ich soll Neuroleptika nehmen obwohl ich strickt dagegen bin.
    Auf meine Probleme und Symptome geht man hier leider nicht ein.

  7. Liebe Angela,
    das richtige Medikament in der richtigen Dosierung kann helfen, die Krise besser zu meistern. Das Problem ist, dass es manchmal mehrere Anläufe braucht, um das Richtige zu finden. Ich „brauchte“ dafür eine dritte akut-psychotische Phase.
    Die Medikamente, die mir vorher gegeben worden waren, setzte ich ab, weil ich mich durch sie in meinem Mensch-Sein zu eingeschränkt fühlte.

    Bei all unserem Anspruch nach „reiner“, d.h. nicht von aussen manipulierter Erfahrung ist es dennoch wichtig, einen klaren Kopf zu behalten. Sonst können während einer Psychose Dinge passieren, die Dich anschließend sehr belasten. Die Ratio darf uns nicht abhanden kommen, wenn Lebensqualität erhalten bleiben soll.
    Ich wünsche Dir Kraft und Mut, um für Dich die richtigen Entscheidungen zu treffen.
    Und dass Du irgendwo in der Klinik, in der Du Dich momentan befindest, einen Menschen triffst, dem Du vertrauen kannst.
    Von Herzen alles Gute, Anja

  8. Liebe Anja,
    vielen Dank für Deinen Bericht.
    Ich kam mir mein ganzes Leben lang vor wie das hässliche graue Entlein aus dem Märchen. Ich war auf der Suche nach jemand, zu dem ich gehören könnte. Einfach so. Ohne mich anpassen zu müssen. Ohne eine Rolle zu spielen. Und ich fand meine Schwanenfamilie. Sowohl in der sichtbaren als auch in der unsichtbaren Welt. Meine „Initiation“ in die unsichtbare Welt verlief ganz anders als bei Dir, aber für mich auch dramatisch. Auch mein Umfeld, vor allem mein Mann, hatte daran zu knabbern. Durch das Herzensgebet und kompetente geistliche Begleitung und viel Suchen bin ich jetzt auf einem guten Weg. Gemeinsam mit andern. Gott sei Dank hatte ich immer wenn ich es brauchte, jemand mit dem ich darüber sprechen konnte. Eine Hilfe war mir dabei auch die Kirche, sowohl evangelisch als auch katholisch. Auch wenn es keineswegs der Mainstream ist – von den Ursprüngen ist genug da um für solche Erfahrungen Worte zu haben. Und meine Schwanenfamilie ist in der Kirche beheimatet. Das tut so gut. Ich muss mich auch da nicht verbiegen sondern kann meinen Glauben leben.

    Herzlichen Dank für Deinen BEricht. Ich biete heute Abend einen Workshop an zum Thema Spiritualität plus Sonnenuntergang. Es geht da auch um Einheitserlebnisse. Ich gehe davon aus, dass Du es gerne siehst, wenn ich Deine Erfahrungen miteinfließen lasse.

    Herzliche Grüße Barbara

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